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Jäger und Sammler

 

Ich verfiel schon immer den schönen Formen.
Erst meinem Schnuller, später Frauenbeinen.
Und wie diese daherkamen. In gewisser Weise wurde ich von Form erotisiert.
Mit Schreiben entdeckte ich die Formgebung der Gedanken.
Jeder Buchstabe hat ein eigenes Gesicht.
Also fing mich die Typographie an zu begeistern.
So eine Vielfalt.
Mit Zeichnungen gab ich meinen Vorstellungen Form.
Mir war nie langweilig.
Ich zeichnete ganze Schulhaustafeln voll, damals war das noch erlaubt.
Ich wurde irgendwie seit dem Kindergarten ausgeliehen,
um von der Weihnachtsgeschichte über fasnächtliches,
Motive der Schweizer Geschichte u.a. zu Papier oder an die Tafel zu bringen.
Heute sind das Cartoonfolgen über Freundschaft, Firmenabschnitte, Lebenssequenzen,
oder visualisierte Angebote.
Ich wollte immer Grafiker werden, musste mir aber vom Berufsberater anhören,
dass für diesen Beruf ein zeichnerisches Können mitzubringen sei.
Man drückte mir eine Broschüre über „Der Dekorateur“ in die Hand
und ich ergriff die Laufbahn des Aufräumers.
Von da an räumte ich Dinge in und aus dem Schaufenster,
brachte Läden und Lager in Ordnung und täglich muss ich Dinge zusammengruppieren
und somit  in eine gefällige Form bringen.
Als Dekorateur im Nordmann Zug wurde ich im Überfluss erzogen.
( Nicht Budgetmässig) sondern der unheimlichen Vielfalt wegen.
Vier Stockwerke tausender Artikel,  welche ich hin-und herschob.
Ich vermute, dass das Warenhaus mich sehr negativ beeinflusst hat,
und ich so zum Sammeln von megavielen Gegenständen kam.

Nach dem Militär, welches mich versuchte  zu uniformen,
gab ich dem Globus Zürich inmitten eines Teams von siebzig Dekorateuren
einem Teil der Stockwerke und den Vitrinen ein bisschen Gestalt.
Diesmal dem 1968 in Stil und Geschmack führendsten Warenhaus Europas.
Hier wiederum hat mich die anfängliche Leere der 6 Stockwerke in Beton
sicherlich unbewusst in die Reihen der Messebauer geführt.

Ich finde es genial, eine bewohnbare Form in eine riesige, leere Halle einzufügen.
Mein Sammeltrieb wurde geweckt als ich nach Liestal kam, ins kleine COOP-Warenhaus.
Ich brachte es schnell zum Chefdekorateur und bagann den Coop
ein bisschen globusmässig zu gestalten.
Privat füllte ich meine Wohnung mit Sachen, die man in Häusern fand, in welche „man“
damals noch nicht zu gehen pflegte.
Ebenfalls Flohmärkte, wo manchmal eine schnellere Hand als meine,
das focussierte Ding vor meiner Nase wegschnappte.
Nach kurzem Werbeagenturaufenthalt ging ich nach Basel zum Feldpausch.
Ich verliebte mich in eine Telefonistin, die mit mir an alle  Orte pilgerte
und ich half ihre winzige Wohnung zu verstopfen mit jeglichem Sammelgut.
Sie reiste mit mir in die Provence, brachte mich in Berührung mit Art Deco
und ich war am meisten fasziniert von den grafisch umgesetzten Formen.
Weil ich finanziell nicht in der Lage war, berühmte Art Deco Stücke zu erwerben,
verfiel ich einem Material, welches anfängl ich recht günstig abgegeben wurde.

Mit meiner seit 1986 liebsten Frau Manon, der Französischlehrerin;
sie geht fürs Leben gern auf Reisen und in schöne Hotels;
sammelten wir auf jedem Trash and Tresormarket auf der Welt,
welchen Sie akribisch herausfand, ein Warenhaus von Bakelit-Teilen.
Ich stapelte mein Atelier voll bis unters Dach,
bis ich zum Arbeiten keinen Platz mehr hatte.
Ein Sydney-Aufenthalt im 97 gab mir neue Inputs
welche der konsequenten Umsetzung meiner Ideen absolut förderlich waren.

2001 motivierte ich die Messe Basel zu einer Sonderausstellung über Design.
Wir zeigten auf gesponsorten 900m2 im Rahmen der Muba und Wohnsinn unsere ganze Sammlung.
Das Konzept ist simpel:
Kubische Vitrinen und Schautische in schwarzem MDF, Neonbeleuchtet,
verglast und grafisch mit prägnanten Logos der jeweiligen Markenartikel hinterlegt,
alle von mir als Reinvorlage erstellt.
So errichteten wir mit vielen Freiwilligen und bezahlten Helfern 30 Doppelvitrinen und
zwölf Tische mit etwa 6000 gruppierten Exponaten.
Die meisten Ausstellwände und (Holz/Stahl/Glas) wurden mir von meinen Lieferanten
geschenkt oder mit Sonderkonditionen abgegeben.
Bakelite Deutschland beteiligte sich mit 5000 DM
an den Eigenaufgebrachten Fr. 90000.00 Realisationskosten.

Heute sind wir in der Lage, das vorsortierte Material für jeden
Event und jedem Veranstalter an jedem Ort aufzubauen.
1 Quadratmeter Design auf zu Verfügung gestelltem Platz
CHF 300.00
Damaliger Kaufwert des Bakelits CHF 700‘000

Traumziel ist, so viele Interessierte wie möglich, mit
weiteren Ausstellungen zu beglücken.
Die wohl interessanteste Hauptzielgruppe sind sicherlich die Industriedesigner.



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